Studienarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Deutsch - Literatur, Werke, Note: 1,0, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Institut für Philologie), Veranstaltung: Romantik als Provokation, Sprache: Deutsch, Abstract: „Wie müsste denn so ein Text klingen, der von unserem Leben handelt?“ fragt das erzählende Subjekt in Rainald Goetz' Erzählung Rave und reflektiert damit das Verhältnis von Wirklichkeit und Text. Eine Wirklichkeit, die in Rave aus wilden Techno-Partys, elektronischer Musik und Drogenkonsum besteht und der mit Sprache scheinbar nicht gänzlich beizukommen ist. Goetz, der als „rastloser und akribischer Stenograph“ dauerhaft an einer „Geschichte der Gegenwart“ schreibt, versucht es trotzdem. Er möchte vom Techno der 1990er Jahre erzählen, so „wie alles wirklich war“ (R, 23). Doch gelingt ihm das auch? Man könnte T. Assheuers Ansicht zustimmen, wonach sich dieser Wunsch in Rave „leider [...] restlos erfüllt“: „ein namenlose[r] Held säuft und kokst [sich] durchs Nachtleben und will davon groß erzählen.“ Assheuer liest hier eine Geschichte von „erhabener Banalität“, in der „Literatur als Ästhetik der Leere“ fungiert und sich in „Affirmation“ und „Nihilismus als Glücksgefühl“ zerstreut. Ähnlich eindimensional rezipiert auch Patrick Walder Goetz ́ Erzählung, in der er „Sinn und Verstand“ hinter dem Wunsch nach Vertextung von „einer Art Körpergefühl und Klang“ zurückbleiben sieht. Diese Kritiken zeugen nicht nur von einer oberflächlichen Lektüre, denn der Held in Rave bleibt keinesfalls namenlos, sie unterschlagen auch eine zentrale Leistung des Textes. Es stimmt, Rave handelt von der Auflösung von Sinn im endlosen Takt der Musik, von Frauen, die zu „süßen Mäusen“ (R, 81) degradiert erscheinen, von Exzess und Nihilismus. Darüber hinaus stellt sich Goetz allerdings, und das ebenfalls im Text, die Frage „wann, wo, und wie kann dieses ALLES in welchen Portionen und Teilchen, und zwar an welcher Stelle genau gesagt werden?“ (R, 209) Damit öffnet er eine Ebene der Reflexion über Literatur und Sprache, die sich nach Stephan Wackwitz in eine Genealogie zu Friedrich Schlegel und Novalis, den „Kritikerpoeten“ der deutschen Frühromantik, setzen lässt. Was bisher oft betont, aber nie umfassend analysiert wurde, ist das Verhältnis von inhaltlicher Darstellung und poetischer Reflexion dieser Darstellung. Gerade in diesem Wechselverhältnis, so die These dieser Arbeit, greift jedoch die zentrale Analogie zu einer Poetologie und Kunstphilosophie der Frühromantik. Erst durch das Konzept der „Transzendentalpoesie“ werden jene Grundmuster frühromantischer Literaturtheorie signifikant, die das Fundament bilden für dessen komplexe Formgebungsverfahren.

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